May
Mo Tu We Th Fr Sa Su
18 30
1
2
3
4
5
6
19 7
8
9
10
11
12
13
20 14
15
16
17
18
19
20
21 21
22
23
24
25
26
27
22 28
29
30
31
1
2
3

Bis zur nächsten Wahl sind es noch exakt:

06/07/2009 07:00:00

[mehr]

Informationen zu vergangenen Wahlen findest Du hier

[mehr]

Willkommen beim Jungwaehlerweb Blog!

hier postet das Team von jungwaehlerweb.at Kommentare aus den diversesten Medien zum Thema Erst- und JungwählerInnen. Überparteilich und 100%ig neutral!

Wir freuen uns auf eure Kommentare! 


derStandard.at Artikel: Je jünger, desto eher wird rechts gewählt

15.05.2009 (13:23)

FPÖ und BZÖ werden explizit als rechte Parteien wahrgenommen und deswegen dann auch gewählt - ÖVP kommt bei 16- bis 18-Jährigen besser an als SPÖ

Ende April wollte die SPÖ eigentlich eine Studie präsentieren, die sich mit dem Wahlverhalten der Jugendlichen bei den Nationalratswahlen beschäftigt. Kurzfristig wurde die Präsentation abgesagt. Heute Freitag wurde Studie nun doch präsentiert. derStandard.at lag die Untersuchung von Sora, dem Institut für Strategieanalysen und Ulricke Kozeluh bereits vorab vor.

Schlechte Nachrichten eröffnet die Studie für die Sozialdemokraten. Die SPÖ ist bei den 16- bis 18-Jährigen weitaus weniger beliebt als die ÖVP, gefolgt von der FPÖ. Insgesamt scheinen die Jugendlichen an Politik sehr interessiert zu sein, fühlen sich aber schlecht informiert. Vor allem in der Schule wünschen sie sich diesbezüglich mehr Informationen. FPÖ und BZÖ sind sowohl bei SchülerInnen als auch bei berufstätigen Jugendlichen stark vertreten. Je jünger die Jungwähler, desto eher gaben sie ihr Stimme den rechten Parteien. Interessant auch: Themen, die vor allem von den Rechtsparteien propagiert werden, stehen auf der Prioritätenliste der Jugendlichen ganz unten.

Nur 12 Prozent für SPÖ

Bei der Frage, welche Partei von den Jugendlichen bei der Nationalratswahl 2008 gewählt wurde, gaben 22 Prozent der befragten 16- bis 18-Jährigen an, die ÖVP gewählt zu haben, 18 Prozent die FPÖ, 14 Prozent die Grünen, 12 Prozent die SPÖ und 6 Prozent gaben ihre Stimme dem BZÖ. Mit 24 Prozent sind die Rechtsparteien FPÖ und BZÖ Spitzenreiter unter den 16- bis 18-Jährigen. Bei diesen Zahlen ist zu bedenken: Fast ein Viertel der 1.000 Befragten wollte seine Wahlentscheidung bei der Umfrage nicht bekannt geben.

SPÖ bei Schülern weniger beliebt

In allen Altersgruppen zeigt sich das überdurchschnittlich schlechte Abschneiden der SPÖ, während die ÖVP relativ stabil bei 20 Prozent liegt. Unter den 16- und 17-Jährigen waren es gar nur 9 Prozent, die angaben, der SPÖ ihre Stimme gegeben zu haben. Den höchsten Zuspruch erhielt die SPÖ mit 17 Prozent bei den 18-Jährigen, wobei sich zeigt, dass die Sozialdemokraten bei Berufstätigen besser ankommt als bei SchülerInnen.

Jüngere und Berufstätige ziehen Rechte vor

Bei den Schülern schneidet die ÖVP deutlich besser ab, als die FPÖ. Interessant auch: Je jünger die WählerInnen sind, desto eher wählen sie FPÖ und BZÖ. So gaben insgesamt 31 Prozent der 16-Jährigen an, BZÖ oder FPÖ gewählt zu haben, jedoch nur 18 Prozent der 18-Jährigen. Die Grünen werden vor allem von SchülerInnen ab 17 Jahren gewählt. Das gute Abschneiden der ÖVP sei auch damit zu begründen, dass die ÖVP viele Strukturen am Land aufgebaut hat, erklärt Studienmitautor Steve Schwarzer im Gespräch mit derStandard.at.

Rechte werden auch als rechts wahrgenommen

Jugendliche können vor allem bei der ÖVP und der FPÖ Profile erkennen, die FPÖ besticht vor allem durch klare und einfache Forderungen und Lösungen. Jugendliche können zwischen Rechts und Links unterscheiden. Die Zuordnung fällt ihnen jedoch bei FPÖ, BZÖ und ÖVP leichter. "Gerade FPÖ und BZÖ werden explizit als rechte Parteien wahrgenommen und deswegen dann auch gewählt", heißt es in der Studie. Somit kann auch die These, Jugendliche hätten aus Protest rechts gewählt, angezweifelt werden.

Selbstkritisch gegenüber "Wählen mit 16"

Jugendliche stehen "Wählen ab 16" durchaus selbstkritisch gegenüber. So zeigt sich ihm Rahmen einer Gruppendiskussion, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen gegen die Wahlaltersenkung ist. Mangelnder Informationsstand, mangelnde Reife, mangelndes Interesse an Politik und stärkere Beeinflussbarkeit werden als Gründe dafür angegeben. Studienautor Steve Schwarzer sieht diese Selbstkritik jedoch positiv: Jugendliche würden sich zugestehen, dass ein Informationsdefizit herrscht und wollen besser informiert werden.

Schule relevant für Wahl

Junge wünschen sich, dass sie in der Schule mehr und besser über Parteien und ihre Wahlprogramme informiert werden. "Diskussionen in der Schule sind statistisch relevant für die Teilnahme an einer Wahl", heißt es in der Studie. Weiter: "Aus dem subjektiv empfundenen Gefühl des 'zu wenig informiert Seins' soll kein Rückschluss auf unreife Wahlentscheidungen getroffen werden". Vielmehr könne daraus der Wille abgelesen werden, dass die JungwählerInnen mehr über Politik erfahren wollen.

Klassische Rechtsthemen stoßen auf wenig Interesse

Jugendliche, so heißt es in der Studie, fühlen sich von den wahlwerbenden Parteien nicht wahr- beziehungsweise ernst genommen. Gerade Ausbildung, Jugendarbeitslosigkeit, Armut und Gleichberechtigung seien für die 16- bis 18-Jährigen besonders wichtige Themen. Interessant auch: Die von den Rechtsparteien stark propagierten Themen wie strenge "Einwanderungsbestimmungen" und "Integration von Ausländern" rangieren auf der Prioritätenliste der Jugendlichen ganz unten. "Jugendliche können aber sehr wohl mit diesen Themen mobilisiert werden", so Schwarzer.

Auch beim Thema EU zeigt sich, dass ein Großteil der Jugend den Argumentationslinien der Rechtsparteien eigentlich weniger Glauben schenkt. Drei Viertel der Befragten freuen sich über verbesserte Reise- und Berufsfreiheit, 55 Prozent denken, dass die EU den Wohlstand in Österreich fördert. Dass Österreich an Kultur und Tradition durch die EU verliert, glauben 37 Prozent. Der Aussage "kostet viel und bringt nichts" stimmen 33 Prozent "sehr" beziehungsweise "ziemlich" zu. 

Rechts oder links? Die Selbsteinschätzung

Die Mehrheit, der Befragten, nämlich 50 Prozent sehen sich ideologisch in der Mitte angesiedelt. Etwa jeweils ein Viertel gab an, Links oder Rechts zu sein. Als "eindeutig Rechts" bezeichneten sich nur 3 Prozent der Befragten. (Katrin

Burgstaller, derStandard.at, 14. Mai 2009)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

KURIER Artikel: Warum die Jungen rechts wählen

13.05.2009 (13:15)

Geheimstudie:

Bei den Jungen punkten FPÖ und BZÖ mit simplen Botschaften und erreichen gleich viele Stimmen wie die "Großparteien". Den sogenannten Großparteien kommen die Wähler abhanden. Speziell junge Menschen sind für SPÖ und ÖVP nur schwer zu gewinnen. Ein Umstand, der den Parteistrategen vor der EU-Wahl am 7. Juni Kopfzerbrechen bereitet - vor allem nach den Ergebnissen der Nationalratswahl im vergangenen September. Dem KURIER liegt eine unter Verschluss gehaltene Jungwähler-Studie des SORA-Institutes zur Nationalratswahl 2008 vor, die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (beide SPÖ), dem Bundeskanzleramt, dem Land Kärnten und der Donau-Universität Krems schon vor der Wahl in Auftrag gegeben worden war. Ende April hätten die Ergebnisse präsentiert werden sollen. Einen Tag davor wurde jedoch die seit Wochen angekündigte Pressekonferenz eiligst und ohne Begründung abgesagt - dem Vernehmen nach auf Betreiben der SPÖ-Zentrale, die von den niederschmetternden Ergebnissen Wind bekommen hatte.

Die Kernaussage der SORA-Studie:

Junge Menschen sind an der Politik interessiert - fangen aber mit den Personen und Inhalten der großen Parteien wenig bis gar nichts an.

Neue Mehrheiten

Ernüchternd ist das Ergebnis für Rot-Schwarz bei den 16- bis 24-Jährigen (siehe Grafik): Von 100 Befragten wählten 29 SPÖ oder ÖVP - ebenso viele gaben ihre Stimme der FPÖ, die hier auf Platz eins liegt, oder dem BZÖ. Bei den 16- bis 18-Jährigen kommt die SPÖ überhaupt nur auf 12 Prozent. 29 Prozent für FPÖ und BZÖ - das entspricht in etwa dem Gesamtergebnis der Nationalratswahl. Allerdings setzt sich das Wahlergebnis nur aus gültigen Stimmen zusammen - in den Prozent-Angaben der Studie sind auch die Nichtwähler erfasst. Nimmt man nur jene Befragten, die wählen waren, kommt die FPÖ auf 24 Prozent, das BZÖ auf 13. Die Rechtsparteien kommen damit ebenso auf ein gutes Drittel der Stimmen wie die Regierungsparteien. Die SORA-Forscher erklären dies mit dem "Zukunftspessimismus bei jungen Menschen". Diese seien interessiert an der Politik - jedoch enttäuscht von Parteien und Politikern: "Sie haben das Gefühl, sie wissen zu wenig. Es ist aber niemand da, der ihr Interesse mit seriösen Antworten befriedigt", so die Experten. "Simple Botschaften kommen besser an als Herumgerede - SPÖ und ÖVP sind für Jungwähler inhaltlich kaum unterscheidbar, man weiß nicht, wofür sie stehen. FPÖ-Strache hat wenigstens eine klare Botschaft." Die Motive, Blau/Orange zu wählen: "Protest und Migrationsthema, einfache und klare Botschaften, persönlicher Kontakt."

Leere Versprechungen

Rechte Parteien, so die Forscher, "sind für die Jungen gewöhnliche Parteien, weil sie zwischen 2000 und 2006 in der Regierung waren". Ihre Kritik an "den Regierenden" passt laut Studie gut zu den Zukunftsängsten der Jungen: Sie sorgen sich "insbesondere in Hinblick auf Beschäftigung, Einkommen und Pension und sind unzufrieden mit der Performance des politischen Systems". Zwei Drittel der Erstwähler finden, "Politiker machen leere Versprechungen".

Beim Thema EU haben 60 Prozent der Erstwähler eine "positive Einstellung zu den Grundwerten": Frieden, Sicherheit und Mobilität werden geschätzt. Geht es ins Detail, orten die Experten jedoch Bildungslücken bei den Jungen - und die kommen wiederum den EU-Gegnern zugute: "Die negativen Einstellungen zur EU beziehen sich auf die diffuse Angst des Identitätsverlustes", sagen die Forscher. Es bestehe die "Gefahr, sich bei einfachen Botschaften angesprochen zu fühlen".

Artikel vom 13.05.2009 18:39 | KURIER | Philipp Hacker

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: "Ich mag den Strache, ich weiß auch nicht wieso"

07.05.2009 (16:14)

Alle Parteien ringen um die Zuneigung der Jugendlichen - In Wiener Berufsschulen findet man den momentan umworbensten Wähler: Den Lehrling

Dijana ist unzufrieden mit der Politik. Es ist nichts Bestimmtes, mehr so ein Gefühl. Die Regierung würde viel versprechen, nichts einhalten. Konkret fällt der 18-Jährigen zwar nichts ein, aber feststeht: "Die sollen mal was machen, nicht nur reden." Die FPÖ findet sie hingegen "super", die Ansprachen des Parteiobmanns Heinz-Christian Strache gar "ursuper". Warum? "Weil er was tut!" Und was? "Keine Ahnung." Dijana selbst macht eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin. Sie ist damit einer von 22.000 Lehrlingen in Wien. Einmal in der Woche besucht sie das Berufsschulzentrum in der Längenfeldgasse im 12. Bezirk - die übrigen Tage arbeitet sie. Genauso wie ihre 19-jährige Freundin Helena. "Von der Regierung halte ich nichts", sagt diese, während sie lässig an einer Marlboro zieht. "Nur leere Versprechen." Jung, dynamisch, unentschlossen Dabei tun Österreichs Politiker alles Mögliche, um sie zu erreichen, Leute wie Dijana und Helena:

jung, dynamisch, unentschlossen.

Allgemein gilt: Jungen Wählern ist das alte Lagerdenken fremd. Gewählt wird, was gefällt. Gerade Jugendlichen in Lehrberufen wird nachgesagt, sie seien, obschon sie höchstens eine Wahl erlebt haben, wenig beeindruckt von den heimischen Volksvertretern und nur schwer rumzukriegen. Vasko, der ursprünglich aus Mazedonien stammt, passt in dieses Bild. Der Lehrling kehrt gerade mit Wurstsemmeln und Red Bull aus der Pause zurück. Die Regierung diene der "Geldverschwendung", die Politik generell mache vor allem "Blödsinn", sagt Vasko. "Da gibt's doch den Prödl oder so." Vasko meint nicht den österreichischen Fußballer, sondern Finanzminister Josef Pröll. Während er sich im Pausenhof des Berufsschulzentrums noch schnell eine Zigarette ansteckt, erklärt er, warum er nicht wählen geht. "Weil ich sowieso nichts ändern kann." Und wenn er doch einmal wählen würde? "Dann die Partei, die gerade entscheidet, weil es dann so bleibt, wie es ist", meint der gebürtige Mazedonier, der immer noch dem Schilling nachtrauert.

Politik als Sündenbock

3500 Jugendliche besuchen das Berufsschulzentrum in der Längenfeldgasse. Sie sind die Kellner, Köche, Bürokaufleute, Bäcker oder Textilverkäufer von morgen. "Dass die Jugendlichen frustriert sind, ist eigentlich normal", sagt Karl Martna, Direktor der Berufsschule für den Lebensmittel- und Textilbereich. Jeder Lehrling sollte den Beruf ausüben können, den er will, ist er überzeugt. "Und das kann er derzeit nicht", nennt er die angeschlagene Autoindustrie als Beispiel. Martna selbst unterrichtet das Fach Systemgastronomie. Von den 13 Schülern in seiner Klasse wollten acht ursprünglich nicht in diesen Bereich. Buben und Mädchen, die als Frisöre, Kaufleute oder Techniker keine Lehrstelle fanden, stehen dann in Diensten von McDonald's und Burger King. Wenn sie dort nicht glücklich werden, "geben sie dann Politik und Wirtschaft eine Teilschuld", sagt Martna. Einschlägige Umfragen, etwa jene von SORA nach der Nationalratswahl 2008, belegen: Die Freiheitlichen punkten bei den Jungen, vor allem bei männlichen, weniger gebildeten Männern. Hier kommt es zunehmend zum Duell SPÖ gegen FPÖ, wie auch Bürgermeister Michael Häupl im derStandard.at-Interview einräumte.

Bürgermeister unbekannt

Was die Lehrlinge dem Wiener Bürgermeister sagen würden, wenn sie Gelegenheit hätten? "Wer ist das", fragt Helena, "ist das dieser Dicke?" Und Vasko pflichtet ihr bei, dass er mit "diesem Häupl" nicht viel anzufangen weiß. Dijana beschäftigt sich kaum mit Politik, FPÖ-Chef Strache habe sie aber einmal in der Diskothek getroffen. "Obwohl er gegen Ausländer ist: Ich mag den Mann, ich weiß auch nicht wieso", sagt die gebürtige Serbin. Zehn Prozent der Lehrlinge in Wien sind keine österreichischen Staatsbürger, sogar jeder zweite hat Migrationshintergrund. In der Regel kommt man gut miteinander aus. "Dafür, dass die Schule ziemlich vollgestopft ist, passiert wirklich wenig", sagt Schulinspektorin Eva Tepperberg. Im Gebäude gibt es ein Jugendzentrum mit drei Sozialarbeitern, auch sei man bemüht, eine Schuldnerberatung für die Lehrlinge zu organisieren. Sogar der türkische Botschafter war schon zu Besuch, um den Jugendlichen zu sagen, wo es lang gehen könnte.

Schulden wegen Handyrechnung

Das Lehrlingsleben ist dennoch ein hartes Brot, zumindest verglichen mit manch gleichaltrigem Gymnasiasten. Manche hätten Probleme mit den Eltern, vereinzelt lebten sie auch in desolaten Wohnungen, erzählt Johannes Schwandtner, Direktor der Berufsschule für Gastgewerbe. "Viele haben auch hohe Handyschulden. Ich habe Respekt vor den Jugendlichen, wie gut sie trotzdem ihrer Arbeit nachgehen", sagt er. Von den 1.900 Gastgewerbe-Schülern würden dennoch rund 200 vorzeitig abgehen. Den Arbeitsplatz können sich die Lehrlinge in aller Regel nicht aussuchen: Ob Gourmetrestaurant, Beisl oder Großbetrieb, entscheidet wer anderer. Kein Wunder, dass sich gerade die Gruppe der Lehrlinge zuweilen ausgeliefert fühlt. In der Backstube sagt darum einer: "Die Politiker sollen etwas tun für ihr Geld. Die versprechen halt viel." Ein weiterer sagt: "Außer der Obama, der soll zu uns kommen!" Bäckerlehrling Mustafa meint, er ginge sofort zur Wahl, "wenn sich einmal ein Ausländer aufstellen würde". Ein anderer: "Ich hab' gehört, jetzt ist Arbeiterkammerwahl. Das verstehe ich nicht ganz, was das soll. Da gehe ich auch nicht hin."

"Nicht der nächste Hitler"

Für die meisten Diskussionen unter den Jugendlichen sorgt aber ein früherer Absolvent der Längenfeldgasse. FPÖ-Chef Strache ließ sich hier einst zum Zahntechniker schulen. "Einmal hab' ich ihn im Partyhouse (Wiener Diskothek, Anm.) gesehen", erzählt Julia, die neben der Berufsschule in einem Fünf-Sterne-Hotel in der Wiener Innenstadt arbeitet. Damals sei er "ganz natürlich" gewesen, habe getrunken und getanzt. "Ein ganz normaler Mensch halt", resümiert die 18-Jährige. Plakate wie "Wien darf nicht Istanbul werden" seien schon "heikel", findet Julia, "aber zu sagen, er sei der nächste Hitler, ist sicher auch übertrieben". Auch Straches Vorbild in Sachen Bürgernähe, den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider, hat sie in Kärnten einmal persönlich kennengelernt. Bei einem Gastronomiewettbewerb am Ossiacher See hatte er Julia und ihren Freundinnen Getränke spendiert. "Der Haider ist urnett gewesen", erinnert sie sich. Sie hätten über die Situation der Lehrlinge in Kärnten und Wien geredet. Haider habe auch viele Fragen gestellt - und ihnen zugehört. Nach einer kurzen Pause sagt Julia inbrünstig: "Das hat aber nix mit Politik zu tun gehabt."

(Lukas Kapeller, derStandard.at, 7.5.2009)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at: Mit Cowboyhut nach Europa

06.05.2009 (15:59)

Die Jungen Liberalen und das LIF wollen längerfristig in der Politik Fuß fassen - Einstweilen marschieren sie getrennt

Man nehme: eine Prise Liberalismus, drei Löffel Jugendlichkeit, circa hundert aktive Mitglieder, eine flotte Homepage - und kandidiere bei der Europawahl. Genau so machen es die JuLIs, sie treten bei der EU-Wahl am 7. Juni in Österreich an. Die JuLIs, das sind die jungen Liberalen, die aus dem Liberalen StudentInnen Forum hervorgehen. Ermöglicht hat ihnen das Antreten die österreichische EU-Abgeordnete Karin Resetarits mit ihrer Unterschrift.

Am Dienstag präsentierten sie - bei einer Pressekonferenz der anderen Art, wie sie selbst sagten - die Spitzenkandidaten und das Wahlprogramm. Dabei wurde gekocht und auch die Journalisten mussten Hand anlegen. Es wurden Schürzen umgebunden, Messer verteilt und Orangen und Äpfel für das anzurichtende Müsli geschnitten.

JuLIs ist nicht gleich LIF

Mittendrin die Spitzenkandidaten Hannes Müllner, Alegra Raising und Julia Seidl. Alle drei sind unter dreißig Jahre alt und Studenten. Das kennzeichnet die JuLIs auch, denn im Statut ist festgeschrieben, dass die Mitglieder nicht älter als 35 Jahre alt sein dürfen. Und zugleich unterscheiden sich die JuLIs dadurch auch vom LIF, das trotz des schlechten Ergebnisses bei der Nationalratswahl im Herbst nach wie vor existiert, bei der EU-Wahl aber nicht antritt, um sich auf den Relaunch der Partei zu konzentrieren.

"Wir kämpfen für die selbe Sache wie das LIF", erläuterte Spitzenkandidat Hannes Müllner. Er kommt aus Graz, ist 25 Jahre alt und hat ein besonderes Kennzeichen. Er trägt einen Cowboyhut, denn das symbolisiere Freiheit und Individualität: "Und dafür stehen die JuLIs und Europa auch."

"Für Europa das Beste"

Insgesamt ist es den JuLIs wichtig - als Team, wie sie mehrmals betonten - die Anliegen der Jugend zu vertreten. "Die österreichische Politik ist auf einem Niveau angelangt, das wir nicht mehr ertragen können", so Müllner. "Es braucht eine junge, liberale Politik", sagte auch die 22-jährige Raising, die neben ihrer Funktion als Listenzweite bei der EU-Wahl zudem Bundesparteivorsitzende und Spitzenkandidatin der JuLIs bei der ÖH-Wahl ist.

Man wolle eine "deutliche Alternative" zu den etablierten Parteien bieten und die liberale Partei längerfristig wiederbeleben. Kritisiert wird von den JuLIs, dass die meisten Parteien eine "sehr kritische Meinung zu Europa" haben. "Wir wollen proeuropäisch sein", hielt Müllner fest. "Wir wollen für Europa das Beste. Nicht so wie die ÖVP, die das Beste für Österreich will." Das Europabild der JuLIs sieht demnach vor, dass die EU längerfristig ein föderaler Bundesstaat werden solle - mit einem gemeinsamen Präsidenten, einem gemeinsamen Außenminister, einer gemeinsamen europäische Armee und einer einheitlichen Asyl- und Zuwanderungspolitik für Europa.

Keine PR-Aktion

Dass die EU-Kandidatur eine PR-Aktion für die ÖH-Wahl sei, dementierte Raising: "Wir wollen eine Stimme für die Jugend sein." Das Wahlkampfbudget für die EU-Wahl beläuft sich auf 15.000 Euro von privaten Spendern. "Wir haben ein Mini-mini-mini-Budget" - auf große Plakate werde man deshalb verzichten. 

Stattdessen werde man hauptsächlich einen Medien- und Internetwahlkampf führen, schließlich sei das auch "ein Kennzeichen der Jugend" - mit allem was dazugehört: Facebook, StudiVZ und Twitter. Ob man damit erfolgreich sein wird, "werden wir sehen".

Die JuLIs sehen in erster Linie die Jungwähler als Zielgruppe. "Die Jugend ist nicht unpolitisch", sagte Müllner. Er begrüßt, dass in Österreich Wählen ab 16 möglich ist.

Absolute Mehrheit

Und was ist das Wahlziel der JuLIs? "Die Absolute Mehrheit", meinen die drei Kandidaten unisono. Und lachen, denn ganz ernst gemeint kann das ja nicht sein. Nachsatz: "Wenn wir nur ein Prozent kriegen, dann haben wir es zumindest versucht." Jedenfalls sehen es die JuLIs als eine "moralische Verpflichtung", bei der Wahl anzutreten. Und sie wollen auch nach der EU-Wahl den Hut - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht nehmen: "Sie werden uns nicht mehr los", kündigte Müller eine Kandidatur der JuLIs auch bei der nächsten Nationalratswahl an.

Bei den nächsten Nationalratswahlen will im Übrigen auch das Liberale Forum antreten. Im Gespräch mit derStandard.at schließt LIF-Bundessprecher Werner Becher eine gemeinsame Kandidatur mit den JuLis nicht aus: Wenn sie sich dem LIF anschließen wollen, habe man "nichts dagegen". Für die EU-Wahl will er aber keine Wahlempfehlung für die JuLis aussprechen, denn eine liberale Partei brauche soetwas nicht.

(Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 5.5.2009)

 

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: "Die Jugendlichen sind ja nicht dumm"

29.04.2009 (16:23)

Jugendforscher Zentner über die Angst der Jugendlichen vor dem EU-Einheitsbrei und warum die Spitzenkandidaten auf Facebook "nix verloren" haben

"Es ist immer leichter, eine kritische Stimme hörbar zu machen", sagt Jugendkulturforscher Manfred Zentner. Deshalb werde es, ähnlich wie bei der Nationalratswahl, auch bei der EU-Wahl im Juni den "sogenannten rechten Parteien" wieder gelingen, die jungen WählerInnen zu mobilisieren. Warum die JungwählerInnen der EU gegenüber aber positiver eingestellt sind als ältere Generationen und was es den Jugendlichen bringt, dass sie in Österreich im Gegensatz zu allen anderen EU-Ländern schon ab 16 wählen dürfen, darüber sprach er mit derStandard.at. Die Fragen stellte Rosa Winkler-Hermaden.

derStandard.at: Österreich ist das einzige Land, wo Jugendliche ab 16 bei der EU-Wahl wählen dürfen. Was haben die Jugendlichen davon?

Zentner: Es ist ein Zeichen dafür, dass man die Jugendlichen in Österreich ernster nimmt. Man gibt ihnen das Recht, dass sie ihre Stimme abgeben können. Aber das heißt nicht, dass die Jugendlichen in Österreich deshalb spüren, was auf EU-Ebene für sie passiert.

derStandard.at: Ist deswegen eine Distanz zur EU gegeben?

Zentner: Nein, aber es gibt eine Distanz zur Wahlmöglichkeit. Warum soll ich dort wählen, wenn ich gar nicht spüre, was für Auswirkungen das hat. Was tun die für mich?

derStandard.at: Heißt das, die Jugendlichen sind zu wenig über die EU aufgeklärt - oder tut die EU nichts für Jugendliche?

Zentner: Es wird schon etwas getan, aber es wird zu wenig vermittelt. Es geht über die klassischen Kanäle, die Jugendorganisationen. Es braucht aber auch andere, neue Medien, um an alle Jugendlichen ranzukommen. Bisher ist die Wahl nur in Nachrichtensendungen thematisiert worden und nirgends sonst und das ist für Jugendliche eindeutig zu wenig.

derStandard.at: Wie könnte so etwas in der Praxis aussehen?

Zentner: Das ist immer schwierig zu sagen. Man könnte zum Beispiel probieren, über Musiksender an Jugendliche heranzukommen. Man könnte die Information über GoTV oder über MTV bringen. Da muss man Sendungen auswählen, die für Jugendliche relevant sind und natürlich kann man auch die neuen Medien einsetzen. Man kann schauen, ob man über Facebook jemanden erreichen kann.

derStandard.at: Aber reicht es, dass Ernst Strasser oder Hannes Swoboda jetzt einen Account bei Facebook haben?

Zentner: Die haben dort nix verloren, die sind nicht realistisch, nicht authentisch, sondern eher aufgesetzt. Weil sie sich dort nur für den Wahlkampf registriert haben. Die Jugendlichen sind ja nicht dumm, die wissen ja, dass im seltensten Fall der EU-Abgeordnete persönlich die Mails beantwortet, sondern, dass das irgendwelche jungen Mitarbeiter tun.

derStandard.at: Kann man sagen, dass die Spitzenkandidaten nicht gerade diejenigen sind, die junge Leute ansprechen?

Zentner: Ich sehe niemanden, der jetzt speziell auf Jugendliche abgestimmt wäre. Egal, ob ich da an einen Mölzer, einen Stadler, eine Lunacek, einen Strasser oder einen Swoboda denke.

Die Erstwähler machen zwar höchstens drei Prozent aus, wenn die Wahlbeteiligung wirklich so gering ist wie vorausgesagt, wären die drei Prozent aber ein interessantes Potenzial. Da kann man sich wirklich vornehmen, "für die tu ich was".

derStandard.at: Auch weil die jungen Menschen laut Studien das Image der EU positiver als der Rest der Leute bewerten? Wieso ist das so?

Zentner: Das ist eine Aussage, die man immer wieder hört. Im großen Durchschnitt ist es relativ leicht da positiver eingestellt zu sein, weil das die Generation ist, die bereits erlebt hat, was die EU einem bringt - im Gegensatz zu vielen Erwachsenen.

Das liegt daran, dass es EU-Programme, Austausch-Programme gibt, die für die Jugendlichen annehmbar sind. Ob das jetzt "Jugend in Aktion" oder "Erasmus" ist - es wird mit der EU in Verbindung gebracht. Ich glaube, dass die wirklich motivierten EU-Befürworter im Alter zwischen 25 und 35 zu finden sind. Sie haben die Änderung, die da war, wirklich miterlebt - die Öffnung der Studienmöglichkeiten.

derStandard.at: Und auf diese Erfahrung kann die ältere Generation nicht zurückblicken?

Zentner: Bei den Älteren sehe ich eher das Problem, dass viele auch die Gefährdung, die durch die Öffnung eines Arbeitsmarktes entstehen kann, wahrnehmen. Die meisten Österreicher sehen die Chance für sich, ins Ausland zu gehen und dort zu arbeiten, nicht. Sie bleiben eher zuhause und fürchten sich davor, dass alle anderen Europäer jetzt plötzlich nach Österreich kommen.

derStandard.at: Gibt es Dinge, die auch die Jungen skeptisch sehen?

Zentner: Es gibt auch hier die Angst um den Arbeitsplatz. Und was auch immer genannt wird, ist die Angst vor dem Verlust der kulturellen Identität, den Verlust der Vielfalt. Es ist die Angst vorherrschend, es wird ein Einheitsbrei, obwohl es ja nicht stimmt.

derStandard.at: Wie kann man Jugendliche erreichen, die in einem Lehrberuf stehen und nicht die Möglichkeit haben, ein Erasmus-Jahr während des Studiums zu absolvieren?

Zentner: Es fehlt an einer Informationsstrategie im politischen Bereich, für diejenigen, die den Ausbildungsplatz früher verlassen. Diese Jugendlichen verbinden kaum Positives mit der EU. Die Möglichkeiten werden ihnen nicht deutlich genug klar gemacht. Es fehlen die Zugangsmöglichkeiten für Lehrlinge zu den guten EU-Programmen für Jugendliche. Dabei gibt es die Möglichkeiten für die Jungen, die eine Lehre abgeschlossen haben, in der EU Erfahrungen zu sammeln. Aber wenn man im Alter von 18 Jahren gerade einen Job gefunden hat - wer geht dann weg für drei Monate? Keiner. Da ist die wirtschaftliche Situation viel zu kritisch. Hier braucht es andere Zugangsmöglichkeiten.

derStandard.at: Nach der Nationalratswahl war das Entsetzen groß, dass die Jugendlichen sich stark den Rechtsparteien zugewandt haben. Glauben Sie, dass bei der EU-Wahl Ähnliches zu erwarten sein wird?

Zentner: Ja. So wie es jetzt ausschaut, werden die sogenannten rechten Parteien wieder die sein, die eher mit Symbolen arbeiten, die die Jugendlichen ansprechen. Das heißt, ihnen wird es gelingen, Themen, die für die Jugendlichen relevant sind, zu betonen und zu vermitteln. Es ist immer leichter, eine kritische Stimme hörbar zu machen, als eine zustimmende Stimme. Die geht immer unter. Es müsste gelingen, dass man die positiv eingestellten und diejenigen, denen die EU egal ist, informiert, was sie persönlich von der EU haben. Das gelingt zur Zeit sehr wenig.

(derStandard.at, 29.4.2009)

Zur Person: Manfred Zentner arbeitet seit 2001 am Institut für Jugendkulturforschung in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte: Jugend und Europa, Prävention in der außerschulischen Jugendarbeit und politische Partizipation.

 

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: Die Hälfte kennt sich nicht aus

27.02.2009 (15:44)

"Die Hälfte kennt sich nicht aus" Von den 40.000 Salzburger Erstwählern fühlen sich viele schlecht informiert - Eine falsche Einschätzung, finden die Jugendkandidaten Fortgehmeile Rudolfskai: Hier treffen die Wahlkämpfer auf potenzielle Erstwähler.

Samstagnacht am Salzburger Rudolfskai: Die Musik dröhnt aus den Lokalen auf der Fortgehmeile, davor versammeln sich Jugendliche zum Rauchen und Tratschen. Der perfekte Ort, um im Wahlkampf Jungstimmen zu sammeln: Das BZÖ teilt Zuckerl und Schlüsselanhänger aus, die SPÖ Waffeln.

"Politische Bildung fehlt"

Der 16-jährige Stefan gibt zu, dass er sich für Politik "nicht interessiert." Wählen will er am 1. März zwar schon, aber "ich weiß noch nicht wen. Ich habe mich noch nicht informiert", sagt der Lehrling vor einer Bar. Sebastian, ebenfalls 16 Jahre alt, zeigt sich im Gespräch mit derStandard.at engagierter: "Politik interessiert mich total, deshalb bin ich jetzt bei der GPA." Wem er seine Stimme gibt, weiß er schon: "Der SPÖ, die tun am meisten für die Jugendlichen." Er versteht jedoch andere Jugendliche, die bisher nicht wissen, wen sie wählen sollen. "Die Plakate sprechen die Jugendlichen zu wenig an. Und es fehlt die politische Bildung."

"Ideen sprudeln"

40.724 SalzburgerInnen dürfen am 1. März bei der Landtagswahl zum ersten Mal mitbestimmen. Davon sind 12.071 zwischen 16 und 18 Jahren alt. In den Wochen vor der Wahl traten die jungen Spitzenkandidaten bei zahlreichen Podiumsdiskussionen auf. Niki Solarz (27) von den Jungen Roten findet: "Die Jugendlichen sind gut informiert." Die SPÖ komme vor allem bei den Lehrlingen gut an. Marlene Wörndl, 25-jährige Jungkandidatin der JVP Salzburg berichtet gegenüber derStandard.at, dass die jungen Menschen anfangs Berührungsängste haben: "Wenn man sie nach ihren Wünschen fragt, sprudeln die Ideen, und dann erst merken sie, dass das auch etwas mit Politik zu tun hat." "Die Jugendlichen glauben zwar, dass sie schlecht informiert sind. In Wirklichkeit sind die Erwachsenen auch nicht besser informiert, nur geben die es nicht zu", glaubt der Grüne Jungkandidat Jochen Nestler, 25 Jahre alt. Er sieht für seine Partei große Chancen bei den Jugendlichen. Als Hauptkonkurrent sieht er allerdings die FPÖ: "Die setzen vor allem auf das Thema Sicherheit, und Jugendliche, die beim Fortgehen schlechte Erfahrungen machen, fühlen sich davon angesprochen."

Thema Sicherheit

Der 26-jährige FPÖ-Jugendkandidat Bastian Grösslhuber betont: "Am Rudolfskai fehlt die Polizei, die Kriminalität ist noch immer hoch." In den letzten Jahren war die Fortgehmeile wegen Gewalttaten in den Schlagzeilen. Nachdem man Überwachungskameras installiert hat, habe sich die Lage jedoch beruhigt, heißt es von Seiten der Stadt auf Anfrage von derStandard.at. Während die Grünen, die Jungen Roten und die JVP sich auf den Wahlkampf im Internet konzentrieren, hat die FPÖ kein eigenes Online-Angebot für Jugendliche. "Natürlich ist das verbesserungswürdig", sagt Grösslhuber. Das BZÖ hat keinen offiziellen Jugendkandidaten, dafür einen 25-jährigen Parteichef. "Das signalisiert den jungen Leuten, dass wir uns um sie kümmern", meint Robert Stark.

"Hälfte wählt FPÖ"

Die beiden 16-jährigen Schülerinnen Marietta und Christine, an diesem Abend ebenfalls am Rudolfskai, haben das Angebot genutzt: "Wir waren schon bei einer Podiumsdiskussion und werden noch eine besuchen." Und das, obwohl beide schon wissen, wen sie wählen: "Die ÖVP. Wilfried Haslauer wirkt wie ein guter Sachpolitiker." Sie befürchten jedoch, dass nicht alle so gut informiert sind: "Die Hälfte der Jugendlichen kennt sich nicht aus. Und diese Hälfte wählt dann die FPÖ."

(Elisabeth Oberndorfer/derStandard.at)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: Junge an die Urnen

05.02.2009 (16:59)

Junge an die Urnen "Wählen mit 16" - Damit ist Österreich auch bei den EU-Wahlen Vorreiter - Wie man die Jugend mit Facebook, Wettbewerben und coolen Sprüchen mobilisieren will

Am 7. Juni wird das Europaparlament neu gewählt. Dabei ist Österreich das erste und einzige Land, in dem WählerInnen schon ab 16 ihre Stimme abgeben dürfen. Die Senkung des Wahlalters macht auch eine andere Informationspolitik über Europa und die Wahlen notwendig.

Prinzipiell sind Österreichs Jugendliche der EU gegenüber positiv eingestellt. Das zeigt eine aktuelle Jugendstudie (derStandard.at berichtete). So wird die Möglichkeit in anderen Ländern zu arbeiten oder zu studieren von 83 Prozent der jungen Menschen besonders geschätzt. Lediglich sechs Prozent der Befragten bezeichneten sich als Anti-Europäer.

Wahlbeteiligung stark gesunken

Im Allgemeinen beteiligten sich in den letzten Jahren immer weniger Menschen an den EU-Wahlen. Nur etwa 42,4 Prozent der ÖsterreicherInnen gaben 2004 ihre Stimme ab. 1999 waren es noch über 49 Prozent, 1996 wählten sogar noch 67,7 Prozent. Der Europaweite Durschschnitt lag 2004 bei knapp über 45 Prozent - ein historischer Tiefstand. Zum Vergleich: Bei den letzten Nationalratswahlen gaben 78, 8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Filmen statt "Goschn halten".

Deshalb haben die Sozialpartner auf Initiative der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) das Projekt "Film it!" gestartet. Dafür sollen Jugendliche bis Ende März eigene Filme zum Thema Europa drehen. Auf der Website www.film-it.at kann über die Einreichungen abgestimmt werden. Die Ersten gewinnen etwa 1.000 Euro in bar, einen Video-Workshop sowie eine Reise nach Brüssel. "Mit euren Clips könntet ihr Vorurteile all jener, denen es lieber wäre, ihr würdet die ‚Goschn halten' auf die Schaufel nehmen", werden 15- bis 25-Jährige aufgerufen. Profifilme können ebenso eingereicht werden, wie Handy-Clips. "Es geht uns nicht um die Qualität, vielmehr um die Inhalte", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der ÖGJ. Auch eine EU-kritische Auseinandersetzung sei erwünscht.

Veit Sorger will Kritik

"Je kritischer, desto besser", schließlich wolle man die Anliegen der Jugendlichen verstehen, sagte Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, bei der Vorstellung des Projektes. Es sollen "möglichst viele Jugendliche" zur Wahl aufgerufen werden, so Michlmayr. Wobei man bei der Präsentation sichtlich bemüht war, jugendgerecht zu kommunizieren. "Die Leute sollen teilnehmen, weil es fun ist und cool ist", sagte der designierte ÖGB-Präsident Erich Foglar. Facebook und billigere SMS

Nicht nur die Sozialpartner, sondern auch das Europäische Parlament selbst macht sich darüber Gedanken, wie die junge Wählerschaft mobilisiert werden kann. Das Informationsbüro für Österreich hat etwa auf Facebook ein eigenes Profil eingerichtet und sich mit fast 600 FreundInnen vernetzt. "Wir müssen der Jugend bewusst machen, dass es nicht egal ist, wer im Parlament sitzt", sagt Wolfgang Hiller, Leiter des Informationsbüros in Österreich. In den Schulen will man mit Wanderausstellungen über die EU informieren. Auch Politische Bildung sei gefordert. "Für die Jungen ist Europa selbstverständlicher als für die Älteren", so Hiller. Man wisse nur zu wenig, wie die EU in das tägliche Leben eingreift. Deshalb werde eine Verbraucherschutzkampagne gestartet, die unter anderem auch deutlich machen soll, dass Dank EU das Telefonieren und Versenden von SMS europaweit günstiger ist. Mit dem Slogan "Europawahl - Deine Entscheidung", soll zudem verstärkt die Jugend angesprochen werden.

Begeisterung in der Krise

Die Leute dürften nicht überfordert werden, so wie sich das etwa bei der Diskussion um die Europäische Verfassung gezeigt habe, so Hiller. "Warum muss der Einzelne Details der europäischen Verfassung wissen, wenn man die selben Details auch über die Österreichische Verfassung nicht weiß?" Dass die Wirtschaftskrise der Europa-Idee zu Gute kommt, glaubt Hiller. "Menschen schätzen es in Krisenzeiten, wenn sie wissen, dass eine Gemeinschaft zusammenhält". Die positivere Einstellung könne sich aber auch bald wieder umkehren, nämlich dann, "wenn die Politik die falschen Antworten auf die Krise gibt".

(burg/derStandard.at, 5. Feber 2009)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: Prammer zweifelt am Politik-Verständnis der ÖsterreicherInnen (Teil2 - die Antworten)

21.01.2009 (16:37)

Was im Parlament eigentlich passiert? "Das weiß ich nicht auf die Schnelle. Die Regierung sitzt drinnen. Aber das muss ich jetzt nicht alles ausführen, oder?", sagt Nina, 25, Politikwissenschafts- und Publizistik-Studentin. Den Namen der Ersten Nationalratspräsidentin weiß sie nicht, weil sie sich generell keine Namen merke. Die Opposition könne sich gegen Beschlüsse stellen und im Parlament sitzen zirka 150 Abgeordnete, schätzt Nina.

Im Parlament werden Gesetze beschlossen und es wird regiert, sagen Andreas, 24 und Magdalena, 23. Beide studieren Theaterwissenschaft. Den Namen der Ersten Nationalratspräsidentin kennen sie nicht, "obwohl man das eigentlich schon wissen sollte", wie Andreas meint. Auch über die Aufgaben einer Nationalratspräsidentin herrscht Unklarheit. Dafür wissen sie etwas über die Rolle der Opposition: "Sie ist meistens dagegen. Sie ist das Gleichgewicht zur Regierung". Die Zahl der Abgeordneten wird auf 150 bis 260 geschätzt.

Die Erste Nationalratspräsidentin? "Glawischnig" oder "Prada" rufen die SchülerInnen einer Montessorischule in Floridsdorf. Was im Parlament passiert? "Krieg", "da wohnt jemand drinnen", "da ist gerade eine Ausstellung".  Was die Opposition tut? Die SchülerInnen im Alter zwischen 14 und 20 schweigen. Mit dem Begriff "Opposition" können sie nichts anfangen. Die Zahl der Abgeordneten im Parlament schätzen sie auf 27, 300 und 168.

"Alles was Politik angeht spielt sich hier ab" und "da werden Regierungsentscheidungen getroffen", antworten Valeria, 20, und Suzanne, 18, auf die Frage, was denn im Hohen Haus geschieht. Die beiden Studentinnen leben erst seit zwei Monaten in Wien. Name und Funktion der Ersten Nationalratspräsidentin sind ihnen nicht bekannt. Die Opposition soll Widerstand leisten und sei oft entgegengesetzter Meinung zu den regierenden Parteien. Ganz gut liegen die beiden bei der Schätzung der Abgeordneten: 150.

Gerade waren sie noch in der Demokratiewerkstatt, jetzt soll noch das Parlament besucht werden. Die 14- bis 15-jährigen SchülerInnen aus einer Polytechnischen Schule wissen, dass im Hohen Haus Nationalratssitzungen stattfinden und Gesetze beschlossen werden. Der Name der Ersten Nationalratspräsidentin? "Glawischnig" oder "Heinz Fischer"? Und ihre Funktion? "Sie schreibt mit und bestimmt die Redezeit". Die Opposition? "Das sind jene Parteien, die nicht in der Regierung sind. Sie können aber trotzdem mitbestimmen". Und die Anzahl der Abgeordneten: Das sind 183.

Die Erste Nationalratspräsidentin? "Ist das nicht diese Prammer?". Was sie macht? "Die anderen im Zaum halten". Im Parlament werden Gesetze beschlossen und die Opposition kann auch Vorschläge für Gesetze bringen. Insgesamt sitzen 183 Abgeordnete im Hohen Haus. Die Schülerinnen Jasmine, 20, (1.v.l.) und Sandra, 18, (2.v.l) haben die Fragen souverän beantwortet.

(burg/lis/derStandard.at, 20. Jänner 2009)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: Prammer zweifelt am Politik-Verständnis der ÖsterreicherInnen

21.01.2009 (16:16)

70 bis 80 Prozent der jungen Leute unter 30 wüssten nicht, was im Hohen Haus passiert. Im Rahmen eines Podiumgesprächs zum Thema "Vertrauen und Politik" am Freitagabend im Plenarsaal des Parlaments, zu dem die deutsche Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan (SPD) geladen war, äußerte sich auch die erste Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) zur Thematik. Bevor man der Politik vertrauen kann, müsse man über sie informiert sein, meinte die Nationalratspräsidentin. "Ich gehe jede Wette mit ihnen ein, dass, wenn sie vor diesem Haus junge Leute unter 30 fragen, was hier herinnen eigentlich geschieht, 70 bis 80 Prozent es nicht wissen", so Prammer. Aber auch den Eltern traut sie anscheinend nicht mehr Wissen über die Vorgänge im Parlament zu. "Den Eltern können wir das auch nicht überlassen, da bin ich mir auch nicht so sicher, ob die das wissen". Vielmehr setzt sie auf "ihre" Demokratiewerkstatt, die jedoch nur ein Mosaikstein sei. Vor allem die Schulen müssten Politische Bildung vermitteln. Widersprechen konnte das Publikum Prammer jedenfalls nicht - zu Beginn des Podiumsgespräches wurde den Gästen bedeutet - darunter auch der ehemalige ÖGB-Präsidet Fritz Verzetnitsch sowie die ehemalige LIF-Chefin Heide Schmidt - dass sie zum Thema keine Fragen stellen könnten: "Das ist aus technischen Gründen leider nicht möglich."

(burg/rwh/derStandard.at, 16. Jänner 2009)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0

derStandard.at Artikel: Neuer Lehrplan, aber noch kein eigenes Fach

22.12.2008 (16:56)

Seit Beginn des laufenden Schuljahres ist der Politikunterricht an den Schulen erstmals schon in der Unterstufe verankert

Wien - Seit Jugendliche in Österreich mit 16 wählen dürfen, wird das Thema politische Bildung wieder verstärkt diskutiert. Eine Neuerung hat Bundesministerin Claudia Schmied (SPÖ) bereits umgesetzt: Seit Beginn des laufenden Schuljahres ist der Politikunterricht an den Schulen erstmals schon in der Unterstufe verankert, und zwar in der 8. Schulstufe. Damit sollen Jugendliche noch rechtzeitig vor dem ersten Wahlgang erreicht werden.

Ein eigenes Pflichtfach gibt es freilich noch nicht, Politische Bildung bleibt auch in der Oberstufe an das Fach Geschichte gekoppelt. Zumindest ein neuer Lehrplan mit stärkerem Augenmerk auf die politische Erziehung ist bereits in Kraft. Die darin vorgesehenen Inhalte reichen von der österreichischen Parteienlandschaft bis hin zum „Zweiten Weltkrieg und der Erinnerung an jüdisches Leben vor und nach dem Holocaust". Ziel des Unterrichts ist es, „die Bereitschaft und Fähigkeit zum politischen Handeln zu fördern".

Auch in der Lehrerausbildung gibt es erste Neuerungen: Ab nächstem Jahr sollen alle angehenden Pflichtschullehrer Ausbildungsmodule zur politischen Bildung absolvieren, und zwar unabhängig von ihren Unterrichtsfächern. Die universitäre Lehrerausbildung ist bis dato trotz des neuen Lehrplans unverändert geblieben. Für die letzten Wahlen kamen die Maßnahmen des Bildungsministeriums zwar zu spät. Ministerin Schmied will die Schule aber zumindest „als Ort demokratiepolitischer Erziehung stärken".

(kw, DER STANDARD, Printausgabe, 22.12.2008)

Jungwaehlerweb (info@jungwaehlerweb.at) Gravatar: Jungwaehlerweb
Permalink  Kommentare 0
KPÖBZÖFPÖGRÜNEDinkhauser
website by Itellico |Kontakt|Sitemap|Impressum|Datenschutz| Login